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Zurück zum Blog 24.05.2019

Heuschnupfen Teil 3: Nadeln überall!

Herzlichen Glückwunsch, Ihr habt Teil 3 erreicht. Jetzt geht’s ans Eingemachte. Ich kann die Verzweiflung riechen. Oh, und wenn Ihr Spritzen hasst, dann habt Ihr leider Pech.

Bevor wir mit Allergietests und Immuntherapie beginnen, möchte ich über eine sofort wirkende Behandlung gegen schwere allergische Rhinitis sprechen: Kortisonspritzen.

Was sind Kortisonspritzen?
Ich bin froh, fragt Ihr nach. Ich kam dazu, als mir der letzte Nerv ausgegangen war. Ich hatte alle Allergiemedikamente ausprobiert, die für mich verfügbar waren, und keines wirkte mehr. Mein Hausarzt schlug dann die Kortisonspritzen vor. Dazu gibt es oft ein gewisses Stigma, dass diese riskant und schädlich seien, wenn man sie über längere Zeiträume als Behandlung verwende. Das ist jedoch nicht wahr. Natürlich sollten sie nicht ständig verwendet werden, aber die neuen Kortisonpräparate verursachen kaum Nebenwirkungen und sind im Gegensatz zu den alten Kortisonpräparaten nicht schädlich (zumindest habe ich noch nie etwas Negatives erlebt).

Wenn die Symptome schwerwiegend sind, sodass Asthmaanfälle möglich sind oder lokale Behandlungen nicht die notwendige Linderung erzeugen, dann ist dies der richtige Weg. Das für den Patienten indizierte Kortisondepot sorgt für Beschwerdefreiheit, ist schnell, langandauernd, brennt nur für wenige Sekunden und bringt Euch durch den Sommer.

Also... was ist ein Allergietest?
Es ist schon eine Weile her, aber ich erinnere mich, als ob es gestern gewesen wäre. Das Jahr war 2005, ich war 18 und begann, meine ersten ernsthaften Heuschnupfen-Episoden zu erleben. Meine Medikamente hatten plötzlich entschieden, nicht mehr so zu wirken wie in den Jahren zuvor. Als ich meinen Hausarzt um Rat bat, schlug er vor, einen Allergietest zu machen. Also tat ich dies.

Beim sogenannten Pricktest, auch bekannt unter Punktions- oder Kratzertest, werden über 40 verschiedene Arten von Substanzen getestet, die eine allergische Reaktion hervorrufen können. Diese können von Latex über allgemeines Obst und Gemüse bis hin zu verschiedenen Arten von Pollen oder sogar Haustierhaaren reichen. Dazu werden die entsprechenden Allergenextrakte auf die Haut aufgetragen und die Haut dann leicht angeritzt. Reagiert die Haut auf die Allergenextrakte, entsteht eine Rötung oder Schwellung, somit liegt eine Allergie vor.
Seid Ihr wie ich, wird Euer Rücken dabei wie ein grosses Sudoku-Raster aussehen, mit vielen verschiedenen Zahlen darauf, und Ihr werdet ganz geschwollen und gerötet sein. Mit anderen Worten, ich bin gegen viele, viele Dinge allergisch.
Doch etwas Gutes hat das Ganze: Nach Erhalt der Diagnose können Betroffene zur Immuntherapie (auch Desensibilisierung genannt) übergehen.

Was ist eine Immuntherapie?
Die Immuntherapie ist eine Möglichkeit, das Immunsystem neu zu programmieren, um die Reaktion auf ein Allergen zu stoppen. Sie ist eine etablierte Behandlung, wenn alles andere fehlschlägt, und wurde zur Behandlung von starkem Heuschnupfen entwickelt. Übrigens, die Immuntherapie funktioniert auch bei lebensbedrohlichen Reaktionen auf Wespen- oder Bienengift.

Die Immuntherapie wird durch eine Injektion des gereinigten Allergenextrakts direkt in die Haut (meist in den Oberarm) verabreicht. Eine andere Möglichkeit sind Tabletten oder Tropfen, die unter die Zunge gelegt werden.

Die Injektionen und Tabletten werden über mehrere Jahre und während mehrerer Sitzungen verabreicht. Für beste Ergebnisse ist es wichtig, dass der gesamte Kurs abgeschlossen ist. Wenn Engagement nicht Eure Stärke ist, solltet Ihr am besten nicht weiterlesen.

Während meiner Therapie haben wir bei jeder Sitzung die Allergendosis allmählich erhöht, um den Körper langsam daran zu gewöhnen. Mit der Zeit wird der Körper lernen, die Exposition zu tolerieren, ohne grössere Symptome zu entwickeln. Der perfekte Zeitpunkt, um mit dieser Behandlung zu beginnen, ist übrigens im Herbst. Auf diese Weise seid Ihr dann bereit für den Frühling.

Wenn Ihr also Heuschnupfen habt, holt Euch Hilfe und leidet nicht umsonst. Oh, und Gesundheit – zum hundertsten Mal.

Für weitere Informationen und um auf dem Laufenden zu bleiben, könnt Ihr Euch gerne an unsere Informationsquelle wenden: info@allergyuk.org. Oder stattet Ihnen doch einen Besuch auf der Webseite ab: www.allergyuk.org

Daniel Fiorenza

Daniel Fiorenza

Content & Community Manager

Wenn ich einige meiner besten Qualitäten hervorheben müsste, dann wären es meine Schreibfähigkeiten, mein trockener Sinn für Humor, meine Direktheit und dass ich mich als Realist bezeichne, mit einem Hauch Optimismus. Wenn ihr nach mir sucht, findet ihr mich an der Kreuzung von „Game of Thrones“ und „K-Pop Musik“.